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Erkrankungen

Hämorrhoiden   

BESCHWERDEN Von unangenehm bis unerträglich. Jucken und Nässen im Afterbereich sind oft erste Anzeichen, später kann Blut im Stuhl, am Klopapier oder in der Wäsche hinzu kommen, im fortgeschrittenen Stadium ein Fremdkörpergefühl und Druckschmerzen.

URSACHEN Hämorrhoiden sind eigentlich völlig harmlose Gefäßpolster im Enddarm. Sie dienen zusammen mit den Schließmuskeln der sicheren Kontrolle des Darmausgangs.   

Erst die Hämorrhoiden garantieren den dichten Verschluss auch für Darmgase und Durchfall. Vom Hämorrhoidalleiden spricht man erst, wenn sich diese Gefäßpolster vergrößern und Beschwerden verursachen, 80 Prozent der Deutschen leiden mindestens einmal im Leben darunter. Schuld ist der auf rechte Gang. Im Stehen ist der Druck in den Enddarmgefäßen etwa dreimal höher als auf allen Vieren. Dadurch weiten sich die Blutgefäße im Laufe des Lebens mehr und mehr aus. Zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr, bei entsprechender Veranlagung auch schon früher, treten häufig die ersten Beschwerden auf.

VORBEUGUNG Vermeiden Sie Verstopfung. Abführmittel sind aber keine Lösung, sie können die Beschwerden verschlimmern oder sogar auslösen. Bewegung ist zwar gut, aber Squash, Krafttraining und Sportarten mit häufigen Sprüngen sind nicht empfehlenswert, weil sie den Druck auf den Beckenboden erhöhen.

BEHANDLUNG Werden Hämorrhoiden frühzeitig diagnostiziert, ist die Behandlung meistens einfach und fast schmerzlos. Zuerst wird der Arzt mit einem Darmrohr (Proktoskop) das Ausmaß des Leidens feststellen. Davon hängt ab, welche Therapie die beste ist. Hämorrhoiden ersten Grades (bei der Untersuchung nachweisbar) können meist in wenigen Sitzungen fast schmerzlos verödet werden. Dazu spritzt der Arzt ein spezielles Mittel in die Hämorrhoidalpolster und die umgebende Schleimhaut. Hämorrhoiden zweiten Grades (treten beim Pressen aus dem After hervor) können verödet oder mit einem Gummiring abgebunden werden (Ligatur). Der Knoten stirbt dadurch ab und wird nach wenigen Tagen ausgestoßen. Innerhalb von drei Wochen ist die Wunde verheilt, Bei neueren Verfahren werden erweiterte Gefäße mit Laser oder Infrarotlicht verschlossen. Hämorrhoiden dritten Grades (hängen schon bei leichter Belastung oder ständig aus dem After) müssen meist operiert werden. „Das betrifft leider immer noch ein Fünftel der Patienten", sagt Jens Kirsch, der Vorsitzende des Berufsverbandes der Coloproktologen Deutschlands. Ein neuartiges Verfahren, die so genannte Stapler-Operation, ist allerdings wesentlich schmerzärmer als die konventionellen Methoden und kann ambulant vorgenommen werden.

Analvenenthrombose   

BESCHWERDEN „Diese Blutgerinnsel sind zwar nicht lebensgefährlich, dafür aber umso unangenehmer", sagt der Mannheimer Proktologe Staude. Ganz plötzlich entsteht am Analrand ein fester, schmerzhafter Knoten, der bis zur Größe eines Taubeneies anwachsen kann. Es kommt sofort zu starken, vom Stuhlgang unabhängigen Dauerschmerzen. Wenn der Knoten platzt, kommt es zu einer starken Blutung, die Schmerzen hören schlagartig auf.

URSACHEN Veranlagung, starkes Pressen bei hartem Stuhl, auch Durchfall. Begünstigend wirken das Sitzen auf kaltem Untergrund, schweres Heben, scharfe Gewürze und hochprozentiger Alkohol.

VORBEUGUNG Verstopfung vermeiden. Bei Patienten mit Analvenenthrombosen lassen sich fast immer auch Hämorrhoiden nachweisen«, sagt Staude, "sie sollten entfernt werden, um das Auftreten neuer Blutgerinnsel zu vermeiden."

BEHANDLUNG Gehen Sie bald zum Arzt, nur er kann Ihnen wochenlange Schmerzen ersparen. Ist der Knoten relativ frisch, kann er das Blutgerinnsel durch einen kleinen Schnitt leicht entfernen, die Schmerzen hören dann meistens schlagartig auf. Allerdings besteht immer die Gefahr, dass die Thrombose wiederkommt. Besser ist es, den ganzen Knoten in örtlicher Betäubung herauszuschneiden«, rät Staude. Ist die Thrombose schon einige Tage alt, wird der Blutpfropf fester, er verwächst mit der Venenwand und lässt sich nicht mehr entfernen. Dann müssen schmerzlindernde, entzündungshemmende Zäpfchen reichen. Linderung bewirken außerdem Eiskühlungen und Kamillensitzbäder.

Hautfalten (Marisken)   

BESCHWERDEN Marisken sind große, knotige Hautfalten um den After herum, die oft mit Hämorrhoiden verwechselt werden. Zumeist verursachen Sie keine Beschwerden, manchmal lösen sie aber Juckreiz, Brennen oder ein Fremdkörpergefühl aus.

URSACHEN Falten bilden sich, wenn die Elastizität der Haut nachlässt Die innere Wand des Analkanals rutscht immer tiefer und krempelt sich schließlich nach außen um.

VORBEUGUNG Verstopfung vermeiden und beim Stuhlgang nicht pressen. Da Marisken das gründliche Abwischen nach dem Stuhlgang erschweren und so langfristig Ekzeme und Juckreiz begünstigen, sollte der Po nach dem großen Geschäft mit klarem Wasser oder feuchtern Toilettenpapier gereinigt werden (siehe Kasten).

BEHANDLUNG Bei Beschwerden können Marisken ambulant unter örtlicher Betäubung verödet oder entfernt werden.

Feigwarzen (Condylome)   

BESCHWERDEN Am After und am Penis treten hautfarbene bis rote weiche Hautlappen auf, die einige Millimeter groß werden und stark wuchern können. Manche nässen.

URSACHEN Papillomviren, die beim Sex übertragen werden. Vorhautverengung und Analekzeme begünstigen die Infektion.

VORBEUGUNG Mit Kondomen. Bei Frauen können die Warzen auch unsichtbar nur innerhalb der Scheide auftreten.

BEHANDLUNG Kleine Condylome kann man äußerlich mit Podophyllotoxinlösung oder mit Imiquimod- Creme behandeln. Schneller allerdings geht die Abtragung beim Arzt per Elektrokoagulation oder Laser. Größere Condylome müssen operativ entfernt werden, Dabei entsteht nur eine oberflächliche Wunde, die schnell verheilt«, so Dr. Wilhelm Brühl vom Darmzentrum Exter. Weil aber einzelne Viren zurückbleiben können, liegt das Risiko eines erneuten Auftretens trotz gründlicher Entfernung bei etwa 25 Prozent. Um "Ping- Pong Ansteckungen" zu vermeiden, sollte dabei die Partnerin in jedem Fall mitbehandelt werden.

Wundscheuern ("Wolf")   

BESCHWERDEN Nach dem Sport ist die Haut in der Pofalte gerötet, berührungsempfindlich und wund, Bei starker Behaarung kann außerdem eine eitrige Haarbalgentzündung auftreten.

URSACHEN Starkes Schwitzen macht die Haut klebriger und empfindlicher, die Reibung von Haut auf Haut ist stärker als gewöhnlich. Wulstige Nähte am Trikot, falsche oder schlecht eingestellte Fahrradsättel begünstigen das Wundscheuern.

VORBEUGUNG Verzicht auf luftundurchlässige und eng anliegende Kleidung. Der Hitzestau begünstigt die Schweißbildung. Um das Aneinanderreiben der Pobacken zu vermeiden, können Sie Watte oder ein Papiertaschentuch in die Falte legen", rät Wilhelm Brühl. Babypuder, auf die Haut und in die Wäsche gestreut, saugt den Schweiß auf und verringert die Reibung.

BEHANDLUNG Schonung. Und: juckreiz- und entzündungshemmende Sitzbäder mit Gerbstoffextrakten (Tannolact, Tannosynth) fördern die Heilung, Zinkpaste schützt die wunden Stellen. Bei eitrigen Pickeln um die Haarwurzeln helfen desinfizierende Bäder (Chinosol) und antibiotische Salben (Erythromycin).

Analfissur   

BESCHWERDEN Der bis zu zwei Zentimeter lange, nur schwer heilende Riss im Analkanal löst während des und nach dem Stuhlgang einen stechenden Schmerz aus. Häufig treten auch leichte Blutungen auf. Durch die Schmerzen kommt es zu einer krampfhaften Verengung des Afters. Wächst die Fissur in die Tiefe (Bildung einer blinden, inneren Fistel), treten die krampfartigen Schmerzen erst einige Zeit nach dem Stuhlgang auf und halten mehrere Stunden an.

URSACHEN Häufig längerer Gebrauch von Abführmitteln. Der Stuhlgang ist daher stets weich, der After wird niemals richtig gedehnt. Tritt dann doch einmal ein harter Stuhlgang auf, reißt die Wand des Analkanals leicht ein. Auch ausgedehnte Hämorrhoiden, die die Durchblutung des Afters verschlechtern, begünstigen Analfissuren.

VORBEUGUNG Verstopfung vermeiden, keine dauernde Einnahme von Abführmitteln.

BEHANDLUNG Die Verkrampfungen des Afters müssen gelöst werden, um erneute Einrisse zu verhindern. Das geschieht durch medizinische Analtampons und dehnen. Diese verbessern außerdem die Schleimhaut- Durchblutung und die Heilung bestehender Fissuren. Zudem helfen warme Bäder mit Kamillenzusätzen.

Analfistel   

BESCHWERDEN Fisteln sind röhrenförmige Verbindungen zwischen dem Enddarm und dem äußeren After, je nach Lage führen sie zu verunreinigter Wäsche und feuchter Afterumgebung. Eiterungen, Druckschmerz, Fremdkörpergefühl und Blutspuren in der Unterwäsche können auftreten, Langfristig kann durch die ständigen Verunreinigungen auch ein Ekzem entstehen.

URSACHEN Häufig treten zuerst eine Fissur oder ein Abszess auf, der sich über die Gänge der Fistel entleert. Manchmal entsteht eine Fistel auch fast unbemerkt und schmerzlos bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, etwa bei Morbus Crohn.

VORBEUGUNG Vermeidung von Verstopfung.

BEHANDLUNG Von alleine heilt eine Fistel nie ab. Manchmal lässt sie sich durch Einlegen eines Fadens allmählich austrocknen. Das dauert zwar Monate, dafür ist diese Methode jedoch nicht schmerzhaft. Meist kommt man aber nicht um einen chirurgischen Eingriff herum. Beim plastischen Verschließen der Fistel wird das betroffene Gebiet rausgeschnitten, die Haut rundherum gedehnt, die Wunde vernäht. "Diese Methode ist nur für ausgewählte Fälle geeignet, erklärt Jens Kirsch. Bei starker Behaarung scheidet sie schon aus, da eingewachsene Haare zu Entzündungen führen können. Bei der offenen Heilung wird das entzündete Gebiet ebenfalls herausgeschnitten, die Wunde jedoch nicht vernäht. Bei dieser Methode dauert die Heilung mehrere Wochen, meistens sind wegen möglicher Nachblutungen ein paar Tage Klinikaufenthalt notwendig. Kirsch: „Dafür ist die zurückbleibende Narbe kleiner.“

Analekzem   

BESCHWERDEN Je nach Ursache ständiger oder anfallartiger Juckreiz, vor allem nachts. Die Haut in der Analgegend ist deutlich gerötet, weist Kratzspuren und kleine Wunden auf Das feuchte Milieu verhindert Trocknung und Heilung des Ekzems. Häufiges Schwitzen verstärkt die Beschwerden, die trotz gründlicher Pflege kaum noch abklingen.

URSACHEN Ekzeme werden begünstigt durch alle nässenden Erkrankungen im Enddarmbereich und am After sowie durch Po-Probleme, die die Reinigung nach dem Stuhlgang erschweren. Auch eine Darmpilz- oder eine Wurmerkrankung (gerade bei Kindern) oder eine Kontaktallergie, beispielsweise gegen Intimdeo, parfümiertes Klopapier oder Hämorrhoiden- Mittel, können das jucken am Hintern auslösen.

VORBEUGUNG Sorgfältige Analhygiene. Zusätzliche Reizungen durch luftundurchlässige Wäsche oder starkes Schwitzen sollten vermieden werden. Verwenden Sie unparfümiertes, ungefärbtes, weiches Toilettenpapier oder sogar Gesichtstücher, die Sie auch noch mit einer Feuchtigkeitslotion tränken können. Umschläge oder Sitzbäder unterstützen die Heilung. Vermeiden Sie scharfes Essen. Chili, Paprika und Ähnliches brennt nicht nur im Mund. Manche Menschen reagieren auf Säuren, etwa aus Obst oder Saft, mit Afterjuckreiz.

BEHANDLUNG Das Bekämpfen des Symptoms Juckreiz allein bringt meist nur vorübergehende Besserung. Eine Proktoskopie (Untersuchung des Analkanals mit einem röhrenförmigen Gerät) kann die meisten Ursachen abklären und oft sofort behandeln. Ergänzend sind meist Stuhluntersuchungen oder Abstriche nötig.

Analabszess   

BESCHWERDEN Beim Stuhlgang und im Sitzen treten zunehmend heftige, dumpfe Schmerzen auf, am Po bildet sich eine gerötete, berührungsempfindliche Eiterbeule, die faustgroß werden kann. Oft schwellen außerdem die Lymphknoten in der Leiste an, Fieber mit Schüttelfrost kommt dazu.

URSACHEN Der Analabszess ist eine eitrige Entzündung der Afterdrüsen. Als Spätfolge und bei chronischen Verläufen können sich Analfisteln entwickeln.

VORBEUGUNG Nicht möglich.

BEHANDLUNG Finger weg von jeder Selbstbehandlung Sitzbäder, Rotlicht oder Salben bringen keine Besserung. Im Gegenteil: Wird die fachmännische Behandlung des Abszesses zu lange verschleppt, wächst das Risiko für Analfisteln. Außerdem kann der Schließmuskel beschädigt werden, Der Abszess muss gespalten werden, damit Eiter abfließen kann. Dieser Eingriff wird ambulant durchgeführt und ist weitgehend schmerzlos, Das Abheilen der Wunde kann allerdings bis zu einem Monat dauern.

Afterkrampf   

BESCHWERDEN Plötzliche und sehr schmerzhafte Verkrampfung der Beckenbodenmuskulatur und des Enddarms, die von wenigen Minuten bis zu einer halben Stunde dauern kann. Der Afterkrampf tritt zumeist nachts auf.

URSACHEN Meist liegen keine erkennbaren Ursachen vor. Aber in Stress-Situationen und bei psychischer Belastung treten die Beschwerden gehäuft auf. Mitunter bestehen leichte Entzündungen im Afterbereich.

VORBEUGUNG In Stresszeiten helfen manchmal Entspannungsübungen oder warme Bäder vor dem Schlafengehen.

BEHANDLUNG Eine Wärmflasche kann Erleichterung bringen. Gegendruck mit der Faust, durch Sitzen auf dem Badewannenrand oder einer Stuhlkante wird oft als lindernd empfunden. Manchmal helfen krampflösende Zäpfchen. Treten die Krämpfe häufiger auf, sollte man sich zum Ausschluss anderer Erkrankungen proktologisch untersuchen lassen. Wenn der Arzt dabei Erkrankungen im Analbereich entdeckt (zum Beispiel vergrößerte Hämorrhoiden) lassen durch deren Behandlung meistens Häufigkeit und Stärke der Kramfanfälle nach. Ist das nicht der Fall, muss man sich wenigstens keine Sorgen machen: Afterkrämpfe sind fies, aber vollkommen harmlos.



Volleyball

Johann Kees ist schon seit 8 Jahren Teamarzt des VfB Friedrichshafen, der 11x Pokalsieger, 12x deutscher Meister und Gewinner der Championsleague ist



Siegerehrung beim Pokalgewinn 2012 im Gerry Weber Stadion in Halle

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(Leitstelle FN)